Mangelware Holz: Steigende Preise, längere Lieferfristen

Diverse Rohstoffe sind im Jahr 2021 knapp. Das führt weltweit zu steigenden Preisen, längeren Lieferzeiten und geringeren Verfügbarkeiten. Im Interview mit unserem Geschäftsführer Patrick Suter erfahren Sie, wie ERNE mit der Ressourcenknappheit umgeht und welche Herausforderungen die Kriese für das Unternehmen bringt.

Herr Suter, inwiefern spüren Sie die Auswirkungen der Rohstoffkrise/Holzknappheit?

Die Auswirkungen der Rohstoffknappheit sind auch bei uns deutlich zu spüren, national wie auch international. Bemerkbar macht sich dies u.a. im überdurchschnittlichen Preisanstieg von bis zu 120% unserer Hauptmaterialien, vor allem aber beim Werkstoff Holz. Des Weiteren haben sich die Lieferzeiten teilweise bis verdoppelt. Wer bereits vor der Ressourcenknappheit den Fokus auf Marktentwicklung und vorausschauende Planung gelegt hat, liegt nun im Vorteil.

 

Welche Herausforderungen bringt die Krise für Ihr Unternehmen?

In unserer Branche kann eine Ressourcenknappheit die Fertigstellung eines Bauprojektes negativ beeinflussen und unplanmässige Kosten mit sich ziehen. Als technologischer Entwicklungs- und Realisierungspartner kommt es uns entgegen, dass wir bereits seit Jahren viel Wert auf eine vorausschauende Planung und proaktive Kommunikation mit Lieferanten, Partner und Kunden legen. Entsprechend konnten wir uns bereits als verlässlichen Partner beweisen. Nichts desto trotz gilt auch für uns, den Markt weiterhin zu beobachten und den stetigen Austausch mit allen involvierten Parteien zu fördern. Zusätzlich rückt die Verlässlichkeit weiter in den Fokus und langfristige Partnerschaften werden wichtiger als kurzfristige Optimierung.

 

Wie gehen Sie damit um?

Obwohl wir die Materiallieferung und Fertigungen bei uns vor Ort sicherstellen können, werden auch wir von möglichen Lieferverzügen nicht ausgeschlossen sein. Ist eine Umdisponierung nicht möglich, werden individuelle Massnahmen resp. Lösungen für unsere Partner eruiert und proaktiv mit ihnen thematisiert. Aufgrund unserer vorzeitigen Planung sind wir derzeit in der Lage, Lieferverzüge wie auch einhergehende Materialteuerungen auszugleichen resp. nur in reduzierter Form unseren Partnern weiter zu geben. Des Weiteren setzen wir uns verstärkt dafür ein, dass in der Lieferkette enger zusammengearbeitet wird. Führt man sich beispielsweise die gesamte Wertschöpfungskette des Werkstoffes Holz vor Augen, so ist es uns ein Anliegen, dass zukünftige marktwirtschaftliche Teuerungen auch wieder in eine kostendeckende Waldbewirtschaftung zurückfliessen.

 

Welche Folgen hat die Krise kurz- und langfristig für Ihr Unternehmen, aber auch für Kundinnen und Kunden?

Holz hat sich über die letzten Jahre hinweg als Bauweise durchgesetzt und sich von einem Nischenmarkt als gestandene Alternative zum Massivbau etabliert. Dank Werkstoffoptimierungen wie z.B. durch Holz-Beton-Hybridbauten und neuen Technologien wird der Markt auch weiterhin an Wichtigkeit gewinnen. Entsprechend gehen wir davon aus, dass die Lieferketten zukünftig einen grösseren Bedarf von Holz sicherstellen können, die Regionalität der Leistungen wichtiger und schlussendlich die Branche gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. Wichtig ist, dass aus Krisen, egal welcher Art, gelernt wird und diese möglicherweise sogar in Chancen umgewandelt werden können.
 

Aargauerische Zeitung, Publikation 27.7.2021

   Patrick Suter, Geschäftsführer ERNE AG Holzbau